Winter down under
Der Winter in Melbourne/Australien ist vergleichbar mit einem regnerischem
Herbst in Deutschland, wobei die Unterschiede von Küstenregion
zum Landesinnere schon spürbar sind. In Melbourne fiel selten
die Temperatur des nachts unter 0°C und tagsüber hatten
wir meist 10-15 °C. Aber in den Bergregionen im Norden Victorias
fiel genügend Schnee, um Ski zu fahren!
Viele Sträucher beginnen erst im Winter an zu blühen,
weil dann genügend Regen fällt. Auch die Talsperren um
Melbourne sind wieder relativ gefüllt. Jeder richtige Australier
freut sich wie ein kleines Kind über Regen!
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Der Regen störte uns eigentlich überhaupt
nicht, aber unser schlecht (oder gar nicht) isoliertes Häuschen
ließ natürlich jede Kälte hinein, und jede von uns
oder unserer Gasheizung produzierte Wärme hinaus. Unsere Strategie
stützte sich auf zwei bis drei Pullover übereinander und
das beheizen der Küche mit dem Gasherd unter der Woche und
am Wochenende zusätzlich ein weitere Heizung im Wohnzimmer.
Nach einem Telefon-Kampf mit unserem Real-Estate Office und drei
Besuchen eines Klempners, der schon bei ersten Mal feststellte,
dass unsere Gasheizung in der Wohnstube nicht richtig funktionierte,
bekamen wir gegen Ende des Winters einen richtig guten Gasheizer
und seitdem sind gemütlich-warme Abende vor dem neu erstandenen
Fernseher kein Problem mehr.
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Die Vorlesungen am APPI liefen ganz normal weiter
bis auf eine Winterpause, in der ich meinen Beleg zu Ende schreiben
konnte. Ein typischer Winter-Job: morgens im Dunkeln los und abends
im Dunkeln zurück. Ende Juli begann das zweite Semester und
startete mit den Kursen zur Papierherstellungstechnik. Dann gab
es noch drei weitere APPI-Exkursionen zu einem Bespannungshersteller,
zu Maryvale (ein zweites Mal für die Papiermaschinen) und Visy
in Melbourne. Bei Visy Paper No. 4 konnte ich dank guter „Vorarbeit“
von Sven gleich meinen Vertrag für ein 3monatiges Praktikum
mitnehmen, welches dann im November starten wird.
Was geschah noch?
Der Holden hatte völlig seinen „Geist“ aufgegeben
und Sven 5 Uhr morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Breakdown mit
festgefahrenem Motor beschert. Das brachte uns die endgültige
Entscheidung sich von diesem guten Stück zu trennen und in
ein neuerwertiges Auto zu investieren. Nach zwei Wochen Suche nannte
sich eine 2002er Mitsubishi Magna den unseren und der Holden stand
ab dem Zeitpunkt unberührt in unserer Einfahrt. Um ihn loszubekommen
schaltete ich im Monash Marketplace eine Anzeige und verteilte Flyers
überall auf dem Campus. Selbst in den Hostels der Melbourner
Innenstadt verteilten wir Flyer, aber der Ansturm auf unseren einmaligen
Luxuswagen war leider sehr gering. Wir versuchten auch einen relativ
hohen Preis zu verlangen, da wir immens Geld in das Auto gesteckt
hatten. Die Wochenenden im Winter nutzten wir also für die
Autosuche und manchmal fuhren wir zu Pferderennen oder schliefen
einfach aus. Oft hatte es das halbe Wochenende geregnet, so dass
unser Erkundungsdrang sehr gering war und wir im „sweet“
home Ordnung machten etc. Das klingt vielleicht banal, aber mittlerweile
können wir uns zum Beispiel auch mit Zeitung oder Bücher
lesen beschäftigen, da uns die englische Sprache überhaupt
kein Problem mehr darstellt. Zu Beginn war es echt anstrengend einen
längeren Artikel zu lesen.
Einen Sonntag nutzten wir, um ein Footy-Spiel in der Melbourner
Innenstadt zu sehen. Footy ist das schnelle Spiel mit dem „Ei“
anstatt mit einem runden Ball! Das Spiel war gut, die Stimmung aufgeheizt
aber extrem friedlich und zu guter Letzt kam auch noch die Sonne
hervor! Es waren schätzungsweise 40.000 Zuschauer da auf ca.
2 Polizisten, Randale oder dergleichen sind für die Spiele
hier ein absolutes Fremdwort, obwohl jeder definitiv ein großer
Fan von „seinem“ Footy- Club ist.
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